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Erfahrungsbericht Bambu Lab P1S

  • Autorenbild: Rusmir Kasibovic
    Rusmir Kasibovic
  • vor 2 Tagen
  • 3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 1 Tag

1 Jahr und 890 Druckstunden mit dem Bambu Lab P1S


Seit ziemlich genau einem Jahr steht der Bambu Lab P1S nun in meiner Werkstatt. In dieser Zeit hat er unglaubliche 890 Druckstunden gesammelt und sich extrem schnell zu meinem absoluten "Go-To"-Drucker entwickelt.

Lass uns direkt ehrlich sein: Es gibt da draußen auf dem Markt unzählige andere großartige Marken von Prusa über Creality bis hin zu Qidi. Sie alle bauen fantastische Maschinen und haben ihre Daseinsberechtigung. Aber ich habe mich damals ganz bewusst für Bambu Lab entschieden. Mein Ziel war ein System, das einfach funktioniert, ohne dass ich vor jedem Druck stundenlang schrauben und kalibrieren muss.

Nach fast 900 Stunden unter den verschiedensten Bedingungen kann ich euch heute genau sagen, wo der Hype gerechtfertigt ist, für wen sich der Drucker lohnt und warum auch der beste Drucker am Ende des Tages nur so schlau ist wie die Person, die vor dem Bildschirm sitzt.


Werkstatt

1. Der Anfänger-Traum: Auspacken und loslegen


Wenn du noch nie einen 3D-Drucker hattest, ist der P1S eine echte Offenbarung. Die Zeiten, in denen man Drucker tagelang zusammenbauen musste, sind hier vorbei. Der Drucker kommt fast fertig montiert an. Nach dem Lösen weniger Transportsicherungen übernimmt die Maschine: Das Druckbett wird vollautomatisch nivelliert (Bed-Leveling) und die Vibrationskompensation stellt sich selbst ein.

Das hauseigene Ökosystem rund um das Bambu Studio (die Software am PC) und die Bambu Handy App auf dem Smartphone macht den Einstieg extrem leicht. Man kann Drucke von der Couch aus starten und per integrierter Kamera überwachen. Das ist purer Komfort.


2. Die Illusion der Magie: Vorbereitung ist alles!


Eines muss uns bei allem Lob für die Technik aber klar sein: Auch ein Bambu Lab kann keine Wunder vollbringen oder schlechte Planung ausgleichen. Das Prinzip lautet ganz einfach: Schlechte Vorbereitung führt unweigerlich zu einem schlechten Ergebnis.

Der Drucker ist im Grunde nur ein Roboter. Er macht exakt das, was man ihm sagt. Wenn die Befehle aus dem Slicer schlecht sind, wird auch der Druck schlecht. Hier sind die größten Fehlerquellen, die dir der Drucker nicht abnehmen kann:

  • Die richtigen Einstellungen: Die Standard-Profile funktionieren oft gut, aber wer stabile Bauteile braucht, muss an die Werte ran. Oft hilft nicht mehr Füllung (Infill), sondern einfach mehr Wandlinien. Auch die richtige Ausrichtung des Modells auf dem Druckbett ist entscheidend für die spätere Stabilität.

  • Druckbett-Haftung ist Chefsache: Wenn sich Ecken hochbiegen (Warping), liegt das selten am Drucker. Wer mit fettigen Fingern auf die PEI-Platte fasst, ruiniert die Haftung. Mein bester Tipp: Isopropanol reicht oft nicht – wascht die Platte regelmäßig mit warmem Wasser und einfachem Spülmittel ab!

  • Stützstrukturen (Supports): Blind auf die Automatik zu vertrauen, sorgt oft für unschöne Oberflächen. Lerne, Stützen im Slicer manuell einzuzeichnen ("Paint-on Supports"), um dem Drucker exakt zu sagen, wo Hilfe benötigt wird.

  • Feuchtes Filament: Selbst dieser Premium-Drucker liefert ein furchtbares, fädiges Ergebnis, wenn das Filament Feuchtigkeit aus der Raumluft gezogen hat. Richtiges Trocknen des Materials ist oft der Schlüssel zum perfekten Druck.

Kurz gesagt: Der P1S nimmt dir die lästige Arbeit am Gerät ab. Das Mitdenken am Bildschirm bleibt aber zu 100 % dein Job.


3. Ein echtes Arbeitstier im Alltag


Warum ist er mein Hauptdrucker geblieben? Weil er unfassbar schnell und zuverlässig ist. Durch die CoreXY-Technik beschleunigt der Druckkopf extrem schnell, was die Druckzeiten im Vergleich zu älteren Modellen massiv reduziert.

Zudem ist der P1S vollständig eingehaust. Das bedeutet, er hält die Wärme im Innenraum. Wenn ich funktionale Teile aus robusteren Materialien wie ABS oder ASA drucken möchte, ist dieser warme Bauraum zwingend nötig, damit sich die Teile beim Abkühlen nicht verziehen. Gepaart mit der gehärteten Stahldüse, die auch raue Materialien verzeiht, ist er ein echtes Arbeitstier.



4. Meine Highlights: Projekte, die bleiben


Am Ende des Tages geht es aber nicht nur um Technik und Parameter, sondern darum, was man erschafft. In den 890 Stunden sind unzählige Projekte entstanden.

Bei mir zu Hause steht mittlerweile fast in jeder Ecke ein gedrucktes Objekt – von praktischen Alltagshelfern über Ersatzteile bis hin zu reiner Dekoration. Besonders viel Freude macht es mir aber, diese Dinge zu verschenken. Ich habe schon etlichen Freunden mit maßgeschneiderten Drucken ein Lächeln ins Gesicht zaubern dürfen. Es ist ein großartiges Gefühl, eine Idee im Kopf zu haben, sie (vielleicht sogar selbst) zu zeichnen und wenige Stunden später physisch in den Händen zu halten.



Fazit: Mehr als nur ein Drucker


Für mich ist das Konstruieren am PC und das anschließende Drucken mehr als nur reine Technik. Es ist ein reines Hobby und meine persönliche Art der Entspannung nach einem langen Tag. Der Bambu Lab P1S ist dafür das perfekte Werkzeug, weil er mir den Frust erspart und mir den Raum gibt, kreativ zu sein.

Habt ihr noch Fragen zum Drucker, zu meinen Einstellungen oder zu bestimmten Materialien? Schreibt mir sehr gerne eine E-Mail oder kontaktiert mich direkt über Instagram! Ich tausche mich immer gerne mit anderen aus, egal ob ihr gerade erst anfangt oder schon Profis seid.


Übrigens: Zu meinem zweiten Drucker, dem Bambu Lab H2D, folgt in naher Zukunft noch ein eigener, separater Beitrag.



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